Bemerkenswert

Geflüchtete in Griechenland

Kontakt: Claus.Kittsteiner[at]gmx.de

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Neue Artikel:

Ägäis: Minister Mitarakis bestätigt am 1.Januar 2022 das Verschwinden-lassen von 25.000 Geflüchteten im Jahr 2021

Festung EUROPA: Betreten verboten! (von Pro Asyl 2021)

  • Seenotrettung in der Ägäis Juli 2021 Griechischer Geheimdienst verfolgt Menschenrechtsbeobachter:innen
  • Abschreckungspolitik: Die griechische Regierung bringt besonders schutzbedürftige Flüchtlinge, Kranke und Gelähmte in ein nicht bewohnbares Lager. (Mai 2021)
  • Pushbacks in der Ägäis Mehr als hundert Flüchtlingsboote bei Frontex-Einsätzen zurückgestoßen (April 2021)
  • Frontex in illegale Pushbacks verwickelt (Okt. 2020)
  • Flüchtlings-Vorzeigecamp Kara Tepe 1 auf Lesbos geschlossen, Umsiedlung nach Moria 2 (22.April 2021)
  • Das Lager- und Entrechtungssystem hat eine neue Qualität erreicht. Eine Bilanz nach 5 Jahren „EU-Türkei-Deal“.
  • „Wer Kriege sät, erntet Flüchtlinge“. Die Militarisierung der Welt 2021 (mit Zahlen)
  • Über Rassismus und die Ablehnung des ‚Fremden‘ als Türöffner zu Friedlosigkeit, Hass und Kriegen (Claus Kittsteiner 2020)
  • Ziel Deutschland: Flüchtlinge fliehen vor Obdachlosigkeit und Armut in Griechenland (März 2021)
  • Trotz Kältewelle: Griechenland verweigert anerkannten Geflüchteten Schutz (Febr.2021)
  • Lesbos: Geschlossenes Geflüchteten-Camp im einsamen Hinterland geplant, Baubeginn Ostern 2021
  • Brand im Lager Moria (9.Sept. 2020)
  • Pressebericht über unsere Arbeit mit Geflüchteten auf Lesbos, mit Landkarte zu Fluchtursachen: Die zahlreichen Rüstungsbetriebe am Bodensee (7.Sept. 2020)
  • Corona-Situation auf Lesbos

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Friedenssicherung durch Atomwaffen? 

Reflektionen und Informationen.  Claus Kittsteiner, Friedensregion Bodensee e.V., Februar 2022

Ein Blick in die Köpfe von Politikern und Soldaten einer Atommacht:

https://www.afnwc.af.mil/Weapon-Systems/   (Kurzvideo 2.51 Minuten)

Die Verteidigungsministerin der gerade abgewählten CDU/SPD-Koalitionsregierung in einem Radio-Interview am 21.10.2021:

Deutschlandfunk: Die Agentur Reuters berichtet heute früh, dass die NATO über regionale Abschreckungsszenarien für die baltische und auch die Schwarzmeer-Region nachdenke, auch möglicherweise im Luftraum mit Nuklearwaffen. Ist das der Weg der NATO?

Kramp-Karrenbauer: Das ist der Weg der Abschreckung. Wir müssen Russland gegenüber sehr deutlich machen, dass wir am Ende – und das ist ja auch die Abschreckungsdoktrin – bereit sind, auch solche Mittel einzusetzen, damit es vorher abschreckend wirkt und niemand auf die Idee kommt, etwa die Räume über dem Baltikum oder im Schwarzmeer NATO-Partner anzugreifen. Das ist der Kerngedanke der NATO, dieses Bündnisses, und das wird angepasst auf das aktuelle Verhalten Russlands.

Nur Abschreckung?

Die US-Regierung unter Trump hat verkündet, dass Atomwaffen nicht mehr nur
der Abschreckung dienen, sondern Waffen sind, mit denen man Kriege führen kann.
Die USA behalten sich vor, auf Bedrohungen, zum Beispiel auch durch Cyber-
Angriffe, mit nuklearen Vergeltungsschlägen zu reagieren. Auch der Ersteinsatz ist
nicht vom Tisch. Trumps Regierung hat zudem angekündigt, die in Deutschland
lagernden Atomwaffen
 durch modernisierte, zielgenauere atomare Lenkwaffen zu
ersetzen.

Der Fliegerhorst Büchel in der Eifel ist zur Zeit der einzige Standort in Deutschland, in dem nachweislich Atomwaffen stationiert sind im Rahmen der sog. ’nuklearen Teilhabe‘ der NATO. Der völkerrechtlich äußerst umstrittene Einsatz dieser Atomwaffen durch deutsche Soldaten würde im Ernstfall von Büchel aus erfolgen. In der Kaserne Büchel ist das Bundeswehr-Jagdbombergeschwader 33 ausgerüstet mit insgesamt 36 Flugzeugen des Typs Tornado (eine immens teure Erneuerung dieser Flotte für die neue Bombe ist geplant), die sowohl für den konventionellen als auch für den nuklearen Einsatz ausgestattet sind. Auch die in Büchel stationierten US-Atomwaffen werden ‚modernisiert‘. Die neu konstruierten Bomben vom Typ B61-12 werden dann die modernsten Nuklearwaffen der USA sein.

Die Sprengkraft einer Bombe soll 50 kTonnen TNT betragen (die Hiroshima-Bombe von 1945: 12 kT TNT). Ab 2023 sollen die ersten Atombomben vom Typ B61-12 ab 2023 einsatzbereit sein, auch von Deutschland (Büchel) aus. Ihre Lebensdauer ist auf rund dreißig Jahre ausgelegt, also bis etwa zum Jahr 2050. Ein nukleares Zukunftsprojekt – mitten in Europa – als „atomares Schlachtfeld“ in einem Krieg mit dem Osten vom Pentagon schon 1980 vorausgedacht.

Die bisherige Variante der B61 ist gegenwärtig in fünf europäischen NATO-Staaten, in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei als Teil der nuklearen Abschreckung der NATO stationiert. Polen hat angeboten, Atomwaffen zu übernehmen, wenn diese in NATO-Ländern wie Deutschland nicht mehr willkommen seien.

Atomstreitmacht Europa als Alterrnative?

Auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2019 wurde spekuliert, wie es wäre,

wenn Europa sich unter den französischen Atomschirm begeben würde. Anfang
Februar 2020 bot Präsident Emmanuel Macron den anderen Europäern die
„Eröffnung eines strategischen Dialogs über die Rolle der französischen Atom-
waffen innerhalb des kollektiven Sicherheitssystems in Europa“ an. Frankreich
erhofft sich daraus wohl auch eine Beteiligung an den Gesamt-
kosten der sogenannten „Force de frappe stratégique“ von 5,35 Milliarden Euro pro Jahr.
Frankreich verfügt heute über geschätzte 300 Nuklearköpfe, 48 Atomraketen
auf insgesamt vier nuklearangetriebenen U-Booten und 54 atomare Luft-Boden-Raketen.

Ob eine eigenständige atomare Militärmacht EUROPA grundsätzlich ein verändertes Denken

gegenüber dem traditionellen militärischen Konfliktlösungsdenken bewirken würde, sei dahin

gestellt. Auch die Rüstungslobbyisten werden das zu verhindern suchen.

Informationen über politisches und militärisches Denken und Handeln solch zerstörerischer und menschenverachtender Art auf allen Seiten werfen nicht nur in der Friedensbewegung Fragen auf, wie wir durch ein grundsätzlich anderes, nichtmilitärisches Sicherheitsdenken uns und den zukünftigen Generationen die Chance auf ein Leben in Würde und Frieden bewahren können, ohne selbstgerechtes Feind-Denken und Akzeptanz todbringender Gewalt.

Erziehungsziel: Miteinander reden statt aufeinander schießen (Rüstungsbetriebe produzieren dann Nützliches). Streitigkeiten zwischen den Mächtigen der Welt um Ressourcen und Klimabewahrung zivilisiert aushandeln, statt blutige Kriege zu führen. Interessen friedlich durchsetzen durch Kooperation statt Konfrontation, mit Respekt gegenüber der Sichtweise des Anderen.

Meist vergebliche Träume seit jeher, Positivberichte über friedliche Konfliktlösungserfolge in den Geschichtsbüchern sind selten. Doch muss und darf das so bleiben? U.a. das Konzept „Sicherheit neu denken“ versucht eine Antwort darauf zu finden:  https://www.sicherheitneudenken.de/sicherheit-neu-denken-unsere-vision/kurzfassungen/ 

Als Pflichtlektüre und Aufgabe für alle Konfliktparteien allerorten, die Gewalt für akzeptabel halten! Ziel: Frieden, und Erfolg beim gemeinsamen Tun für ein lebenswertes Friedens-Klima – statt Unfriede und Krieg.